Der Chronist der Winde

Der Chronist der Winde

von Henning Mankell

 

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“ Ich versuchte mich unsichtbar zu machen, in meine Angst gehüllt. „

Deutschsprachige Erstaufführung
Für Menschen ab 10 Jahre

Nelio lebt auf der Straße in einer afrikanischen Großstadt. Er ist zehn Jahre alt, Anführer eines kleinen Rudels, das jeden Tag ums Überleben kämpft. Und Nelio ist etwas Besonderes: Aufmerksam sucht er für sich und seine Freunde nach einem Sinn in ihrer unwirtlichen Welt. Beim Versuch, dem kranken Alfredo Bomba seinen letzten Wunsch zu erfüllen, schleichen sich die Kinder in ein Theater – und Nelio wird von einer verirrten Kugel erwischt. Seine Geschichte neigt sich ihrem Ende zu, doch die Gaukler José, Antonio und Maria, die den angeschossenen Jungen finden, werden sie weiter erzählen. Denn diese Geschichte lässt niemanden so leicht wieder los.

Theaterfassung Alexander Frank
Inszenierung Alexander Frank
Bühne und Kostüme David Gonter
Dramaturgie Maria Schneider

Besetzung
Manja Haueis / Selale Gonca Cerit
Axel Brauch
Alexandre Pierre

Theater Osnabrück
Emma-Theater, Spielzeit 2011/12

Alle Fotos: © Uwe Lewandowski (1-2) / Jörg Laudsberg (3-16)
Die Deutsche Bühne

„[…] Fernab von 9/11, aber formal wie inhaltlich beeindruckend ist die Dramatisierung von Henning Mankells Chronist der Winde für ‚Menschen ab 10 Jahren’. Vor dem barocken Hochaltar der Getrudenkirche schlagen drei Gaukler eine Jahrmarktsbühne für ein clowneskes Erzähltheater über afrikanische Straßenkinder auf. […]“

Wolfsburger Allgemeine

Bedrückend und doch einfühlsam:
Das Osnabrücker Theater zeigt ‚Der Chronist der Winde‘

„Was zunächst nur lustig und unbekümmert nach Zirkusatmosphäre aussieht mit bunt gekleideten, sich flink bewegenden Protagonisten (Bühne und Kostüme: David Gonter), entpuppt sich schnell als bedrückendes Drama. (…) Die sensible Einrichtung von Alexander Frank schildert in der Mankell-Dramatisierung das traurige Leben Nelios und seiner Freunde und damit die Tragödie unzähliger heimatloser Kinder in Afrika. Regisseur Frank hat die Handlung stark gerafft und auch verändert für 60 Minuten Spieldauer. Statt des Bäckers José, dem Chronisten im Original, sind es hier drei Gaukler, die den verletzten Nelio im Theater finden und dessen Geschichte um brutalen Mord, sinnlose Vertreibung und schreckliche Gewalt weiter erzählen. Eine unter die Haut gehende Inszenierung.“

Neue Osnabrücker Zeitung

„So verströmt das Emma-Theater Zirkusatmosphäre. Vor der absichtlich improvisiert wirkenden Bühne sitzt ein Sänger (Axel Brauch) mit Leierkasten. Spots geben den Vorhängen am Bühnenrand Zeltcharakter. Und schon im Foyer ist das Publikum von zwei Gauklern (Selale Gonca Cerit und Alexandre Pierre) begrüßt worden. Willkommen also beim fahrenden Theatervolk! Als solches präsentiert sich das Kinder- und Jugendtheater in „Der Chronist der Winde“.

Die zusammengewürfelten Kostüme (Bühne und Kostüm: David Gonter) erinnern trotz moderner Elemente an die Wanderbühnen vergangener Zeiten. Mit den auf einer Leine hängenden Masken, die im Laufe des Spiels zum Einsatz kommen, lehnt sich das Stück deutlich an die Commedia dell’Arte an. Regisseur Alexander Frank verbindet Stilprinzipien traditioneller Theaterformen mit modernem Schauspiel. (…) Die Schauspieler können so zwischen den Rollen und zwischen Erzähltheater und szenischem Spiel hin- und herwechseln. So erfährt das Publikum von Nelios Geschichte: von dem Überfall auf sein Dorf, seinem Leben auf der Straße und seiner Bande, zu deren Anführer er wird. Groß ist das Gelächter, wenn Selale Gonca Cerit und Axel Brauch den Albinozwerg Yabu Bata mit Puppentheaterelementen darstellen. Gleiches gilt, wenn Alexandre Pierre seine Kollegin gestisch synchronisiert.

(…)
 Dass Alexander Frank die Geschichte stilistisch verfremdet, mag zwar auf den ersten Blick verwirren, ist aber gut. Denn so wird die Geschichte in einen allgemeineren Zusammenhang gestellt.
“

Stimmen der Premierenklasse

„Die Situation der Straßenkinder wurde gut gezeigt. Man konnte sehen, wie schlecht es ihnen dort geht und wie gut es uns hier geht. Das Bühnenbild fand ich sehr gelungen.“
 – Jessica, 9. Klasse

„Das Stück Chronist der Winde hatte wirklich etwas in sich, was andere Theaterstücke nicht hatten: es packte den Zuschauer so, dass man keine Langeweile hatte.“
 – Matthias, 9. Klasse

„Sonst war ich wirklich begeistert und ich habe mich nicht einmal gelangweilt oder war verwirrt, wie in anderen Theaterstücken“
 – Maxi, 9. Klasse

„Es gab nur zwei Dinge, die mir nicht so gut gefallen haben. Das Erste ist, dass die Schauspieler zwischendurch zu laut geschrieen haben und das Zweite war, dass die Schauspieler auf dem Altar gespielt haben. Ich bin zwar nicht kirchlich, aber das fand ich nicht so gut. Ansonsten hat mir das Stück sehr gut gefallen.“
 – Johanna, 9. Klasse

„Super, wie ihr Stück sich entwickelt hat! Als ich die 1. Probe gesehen hab, war ich nicht sooo davon überzeugt, dass das Stück richtig gut wird, doch die Generalprobe war aber erste Sahne! Die Schauspieler haben die Rollen super verkörpert und die Übergänge waren perfekt!!! (…) Die Handlungsgeschichte war im Stück stark dem Buch wiederzuerkennen! Auch wie die Schauspieler von Rolle zu Rolle ‘gesprungen’ sind war super! Die Umsetzung hat sehr mitgenommen und die Szenen waren gut ausgewählt!“
 – Carla, 8. Klasse

„Die Schauspieler sind perfekt für die Rollen. 3-Stück: José, Antonio und Maria! Sie haben ja sozusagen dieses Stück im Stück gespielt.“
 – Julian, 8. Klasse

„Ich war regelrecht begeistert von Ihrer Inszenierung und Vorstellung des Stücks. Vorher hatte ich ein paar Zweifel, doch das Ergebnis war wirklich großartig. An einigen Stellen war ich so stark berührt, dass mir die Tränen in den Augen standen. Ihr Stück hat mir sehr viel zum Denken gegeben. (…) Besonders gut fand ich die plötzlichen Wendungen vom Ernsten zum Fröhlichen und wieder zurück.“
 – Lina, 8. Klasse

„Mir hat besonders gut gefallen, dass die Person José Antonio Maria Vaz in drei Personen aufgeteilt wurde und durch die Lederjacke zu Nelio wurde. (…) Toll waren die Masken, die die verschiedenen Straßenkinder dargestellt haben.“
 – Lisa, 8. Klasse

„Ich würde ja gerne etwas schreiben, was Ihnen weiterhilft oder was sie noch verbessern können, aber leider gibt es irgendwie nichts! haha. (…) Insgesamt war Ihr Stück ganz große Klasse. Gute Arbeit, und machen Sie mehr Theaterstücke in Osnabrück!!!“
 – Julia, 8. Klasse

(Ratsgymnasium Osnabrück)