Hase und Schildkröte

Hase und Schildkröte

von Brendan Murray
“ Schildkröte langsam… Hase schnell. Schildkröte schläft… und Hase will ein Wettrennen machen! „

Hase wartet einen ganzen Winter lang darauf, dass ihr Freund Schildkröte endlich aus dem Winterschlaf erwacht. Dabei kann er nur an eines denken: An ein Wettrennen mit Schildkröte. Als diese im Frühjahr die Beine aus ihrem Panzer streckt, ist die Wiedersehensfreude groß. An ein Wettrennen ist aber noch lange nicht zu denken. Nach einer langen Geduldsprobe für Hase ist es im Herbst endlich soweit: Nach einem ausgiebigen Aufwärmtraining ist Schildkröte startklar für das große Wettrennen. Wer gewinnt? Das ist doch offensichtlich! Oder etwa nicht?

Ein Stück für Menschen ab 4 Jahre.

Inszenierung Alexander Frank
Bühne & Kostüme Teresa Katharina Binder
Komposition Stefan Paul Goetsch
Dramaturgie Maike Fölling

Besetzung
Sigrid Dispert (Hase)
Johann Schiefer (Schildkröte)

Rheinisches Landestheater Neuss
Studio, Spielzeit 2014/15

Alle Fotos: © Björn Hickmann
Rheinische Post

„Mit Kostüm- und Bühnenbildnerin Teresa Katharina Binder hat Alexander Frank für Hase und Schildkröte eine eigene Welt geschaffen, in der alles möglich ist. Rot ist sie, die Welt, in der sich die beiden Freunde wohlfühlen. Vor allem für die Schildkröte ist die Farbe ein Muss. Verirrt sich ein gelbes Buch oder ein schwarzes Tuch in die über und über rote „Freundschafts-Höhle“, wechseln – dank Zaubertricks – die Gegenstände schnell ihre Farbe.

(…) Gebannt lauschten die Kinder knappen Dialogen („Jetzt Wettrennen?“, „Vielleicht …“, „Ja?“, „Vielleicht…“, „Ja!“) und erlebten, wie die behäbige Schildkröte den quirligen Hasen auf eine echte Geduldsprobe stellte.

Dabei störte auch nicht, dass Darsteller Johann Schiefer statt eines Panzers eine grüne Daunenjacke über den Kopf zog oder Sigrid Disperts lange Hasenohren fehlten. Die Freundschaft des ungleichen Paares war spannender und zog Kinder wie Erwachsene in ihren Bann.

(…) Durch lebendiges Spiel, starke Gestik und Mimik sowie Bühnenpräsenz gelingt den Darstellern, wie im Stück, das zunächst Unmögliche: eine Moral ohne Zeigefinger.“

Julia Nakötter, 12. November 2014