Mainhattan Monsters

Mainhattan Monsters

Ein Projekt von Alexander Frank

Mainhattan-Logo

“ Hereinspaziert! Tauchen Sie ein in die Wunderwelt der lebendigen menschlichen Monstrositäten! „

Erleben Sie eine Schau, die das Innere nach außen dreht und Ihre Wahrnehmung von dem, was abweichend ist, auf die Probe stellt. Wir zeigen eine der interessantesten Kreaturen auf dieser Erde: den Außenseiter in all seiner ganz gewöhnlichen Anmut. Doch seien Sie gewappnet, denn unsere zehn jugendlichen Schausteller erkennen ihresgleichen auf den ersten Blick!

Eine Stückentwicklung mit dem Jugendclub des Schauspiel Frankfurt.

Buch Alexander Frank
Inszenierung Alexander Frank
Bühne Daniel Wollenzin
Kostüme Dorothee Joisten

Besetzung
Silva Bieler, Celine Buchholz, Helena Dietenberger, Hannah Rang, Mahalia Slisch; Achille Bayoï, Ramón Böhme, Oliver Kalla, Robert Karcher, Nils Westerhaus

Junges Schauspielhaus Frankfurt
Box, Spielzeit 2013/14

Alle Fotos: © Birgit Hupfeld
Frankfurter Rundschau

„Ganz schlicht ist diese Theaterarbeit. Präzise zugeschnitten auf die zehn Spielerinnen und Spieler des Jugendclubs am Frankfurter Schauspiel und ihre Möglichkeiten. Sie bezieht sich auf die Tradition der Freakshows im 19. Jahrhundert, in denen Menschen, die körperlich spektakulär von der Norm abweichen, als Jahrmarktsattraktionen vorgeführt worden sind.

(…) Jeder hat einen Tick in ‚Mainhattan Monsters‘, resultierend aus den seelischen Deformationen und Traumata, die sie erfahren haben. Einer der Jungs liebt unbesehen jeden, mit attackenartiger Euphorie fällt er die anderen an und umklammert sie wie ein Affe, egal wie tief er womöglich gerade gedemütigt wird. Ein anderer brüllt aggressive Tiraden hinaus. Und da ist das Mädchen, das sein Herz vor sich herträgt, und sich aus Angst, von den anderen Menschen verletzt zu werden, vor ihnen verschließt. Allesamt treffen sie sich einmal die Woche zu einer therapeuthischen Sitzung.

(…) Regisseur Alexander Frank hat sehr wirksam mit den zehn Jugendlichen gearbeitet, die professionell geschulten Amateure beglaubigen eine Scheinauthentizität, das geht auf.“

Stefan Michalzik, 24. April 2014

Frankfurter Neue Presse

„(…) Während einer neunwöchigen Probenzeit hat Alexander Frank mit zehn jungen Menschen des Jugendclubs ‚Mainhattan Monsters‘ erarbeitet. (…) Zimperlich gehen sie dabei nicht miteinander um, sondern bilden auch ausgrenzende, vermutlich selbst erlittene Erfahrungen ihrer fiktiven Figuren ab.

(…) ‚Mainhattan Monsters‘ ist eine Mischung aus Kuriositätenkabinett und Gruppentherapie, die gesellschaftliche Vorgänge offenlegt und zeigt, dass wir nur wenig über die anderen wissen und keinerlei Einfluss darauf haben, was eine Gemeinschaft für normal hält.“

Astrid Biesemeier, 24. April 2014

Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Trebor will die ganze Welt umarmen. Zoe trägt ihr Herz in der Hand. Richard brüllt sie alle nieder. Fibi schwitzt Fische aus. Acht junge Leute wollen lernen, normal zu sein. Nur: was ist normal? Sich zu langweilen wie Steffen, der Normalo? Der Neue hat es schwer, sind in der Gruppentheraphie bei Vincent zu integrieren. Er fühlt sich von den anderen nicht akzeptiert. Einzig Zoe kann er überzeugen, ihr Herz nach einer Liebesenttäuschung wieder zu verschenken.

(…) Der Jugendclub des Frankfurter Schauspiels hat in der Box ein Projekt über Großstadtfreaks aufgeführt. Unter der Regie von Alexander Frank zeigen zehn junge Leute, wie es sich anfühlt, ein Außenseiter zu sein.

(…) Während der neunwöchigen Proben haben sich die Akteure mit wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema ‚abweichendes Verhalten‘ beschäftigt und sich anschließend szenisch damit auseinandergesetzt. Mit Improvisation, Maskenspiel und freier Assoziation integrierten sie Figuren und Szenen aus Filmen, Kunstwerken und Romanen. (…) Einzelinterviews mit den Darstellern rundeten die Materialsammlung ab.

Entstanden ist eine sympathische Selbstbefragung zwischen Komik und Trauer, aber ohne Selbstmitleid. Manche Sätze dringen dem Zuschauer durch Mark und Bein, etwa: ‚Man kann sich nicht aussuchen, was die Öffentlichkeit für normal hält.‘ Eine Freak-Show, wie man sie weiland auf Jahrmärkten sehen konnte, ist das nicht, eher ein Appell, den Begriff von Normalität nicht fraglos hinzunehmen.“

Claudia Schülke, 24. April 2014